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Lutheraner feiern: Ausgelassene Stimmung in der Stuttgarter City 

24. Juli: Aktuelles vom Samstag

Delegierte und Gäste aus aller Welt haben am Samstag, 24. Juli, zusammen mit den Menschen aus Stuttgart und der Region gefeiert. Ausgelassene Stimmung herrschte bei den rund 1.000 Besuchern, die sich auf dem Stuttgarter Schillerplatz zum "Abend der Begegnung" im Rahmen der elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart versammelt hatten. Eingeladen hatte die gastgebende württembergische evangelische Landeskirche, um die internationalen Gäste mit den Menschen vor Ort zusammenzubringen.

Hier wird symbolisch das Mural auf der Bühne auf dem Schillerplatz übergeben. Susanne Edel vom Haus Birkach (am Mikrofon) bedankt sich für das Geschenk.

Freiwillige Helfer von "Brot für die Welt" befüllen die Luftballons auf dem Schillerplatz mit Gas.

Begeistert haben die Besucher bei der Ballonaktion mitgemacht.

Der Aids-Chor aus Simbabwe bei seinem Auftritt bei der Vollversammlung.

> Videos vom Abend der Begegnung in der Mediathek

Auch die evangelischen Hilfswerke "Brot für die Welt" und Diakonie Katastrophenhilfe waren dabei. Als längjährige Partner des LWB präsentierten sie ihre Arbeit an einem Stand auf dem Schillerplatz. Großen Anklang fand eine Ballonaktion, die die beiden Hilfswerke zusammen mit der Landeskirche und dem LWB auf den Weg gebracht hatten. Um 21 Uhr ließen die Besucher gemeinsam als Botschaft von der Vollversammlung hunderte Ballons aufsteigen. Zuvor war auf der Hauptbühne ein Mural an das Haus Birkach, Fortbildungsstätte der Landeskirche, übergeben worden. Das große Gemälde ist unter Mitwirkung der Delegierten im Laufe der Woche am Gemeinschaftsstand von "Brot für die Welt", Diakonie Katastrophenhilfe und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) im Tagungszentrum in der Liederhalle entstanden. Es soll an die Vollversammlung erinnern.

Zuvor war in der Liederhalle ein Chor aus Simbabwe unter Leitung von Paul Maposa aufgetreten, der speziell für die Vollversammlung Lieder komponiert hatte. Der Chor ist aus der Arbeit von "Brot für die Welt" im südlichen Afrika heraus entstanden. Er will in ländlichen Regionen die Menschen für das Thema Aids sensibilisieren.

HIV und Aids ein Gesicht geben – Betroffene berichten

Tief berührt haben sich die Delegierten bei der elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) gezeigt von der öffentlichen Anhörung zum Thema "HIV und Aids". Im Mittelpunkt standen die Berichte von Betroffenen aus Afrika, Lateinamerika und Europa. Vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sie an die Kirchen appelliert, die Stigmatisierung und Diskriminierung Aidskranker zu beenden und dafür zu kämpfen, dass alle Kranken die notwendigen Medikamente erhalten und versorgt und begleitet werden.

Eine zentrale Botschaft der Beiträge war, dass das Leben mit einer HIV-Infektion nicht aufhört. Die Beispiele machten deutlich, dass trotz der Krankheit ein relativ normales Leben möglich ist – mit Partnern, Familie und Kindern. Dass dies auch in den Gesellschaften im südlichen Afrika akzeptiert wird, dafür macht sich ein Chor von zumeist selbst Betroffenen aus Simbabwe stark, der in Projekten der lutherischen Kirchen auftritt. Die lutherischen Kirchen müssten jedoch trotz bestehender "wunderbarer Aidsprogramme" angesichts der sich weiter ausbreitenden Erkrankung mehr tun, hieß es. Vor allem in der Präventionsarbeit.

Der Chor führte auch ein eigens für die Vollversammlung komponiertes Lied auf, in dem es um den Segen Gottes auch für die Kranken ging. "Wir sind hier, um der HIV-Infektion ein Gesicht zu geben", hieß es. Mit seiner Musik will der Chor verhindern, dass vor allem in ländlichen Gebieten die Krankheit in Unrecht, Armut, Stigmatisierung und geschlechtsbezogener Gewalt mündet. Davon seien vor allem Frauen und Mädchen betroffen.

"Wir wollen zeigen, dass wir lebendig sind, zum Gemeinwohl beitragen und dass wir Anspruch auf Menschenrechte haben, auch wenn wir HIV-positiv sind". Ausdrücklich verwiesen wurde in diesem Zusammenhang auf das LWB-Handbuch zu HIV und Aids. Anhand der Beispiele wurde auch deutlich, dass mit guter Beratung auch Beziehungen funktionieren, in denen nur ein Partner infiziert ist.

In drei persönlichen Bekenntnissen machten Betroffene auf eindringliche Weise deutlich, wie sie das Leben mit dem Virus bewältigen.

zuletzt aktualisiert: 26.07.2010

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