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Der Krieg in der Demokratischen Republik Kongo wird als der mörderischste bewaffnete Konflikt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bezeichnet. Das Land ist mit seinen 55 Millionen Einwohnern das drittgrößte Land Afrikas und etwa so groß wie Westeuropa.
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Mehr als 3,3 Millionen Menschen – anderen Angaben zufolge mehr als fünf Millionen – starben seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 1998. Offiziell ist der Krieg seit Dezember 2002 beendet. Trotz des Friedensabkommens kommt das Land nicht zur Ruhe. Die östlichen Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Orientale werden immer wieder durch gewaltsame Auseinandersetzungen erschüttert.
Der seit 1999 schwelende Konflikt zwischen den Volksgruppen Hema (Viehzüchter) und Lendu (Ackerbauern) entlud sich im April 2003. Es kam zu Plünderungen und Übergriffen. Rund 1.000 Menschen starben, mehr als 200.000 flüchteten nach Beni und die umliegenden Gebiete in Nord-Kivu. Aufgrund der anhaltenden Kämpfe beschloss die UN die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe unter Führung der Europäischen Union.
Kampf um Rohstoffe
Die Ursachen für den Krieg sind vielschichtig. Als Laurent Kabila 1997 den langjährigen Diktator Mobutu mit Unterstützung Ruandas und Ugandas stürzte, war das Land völlig heruntergewirtschaftet. Kabila überwarf sich jedoch mit seinen Verbündeten. Darauf hin starteten Ruanda und Uganda eine Rebellion im Osten, in deren Folge es zu einer Dreiteilung des Landes und zum Krieg kam.
Neben den Rebellenbewegungen waren sechs afrikanische Staaten am Krieg beteiligt. Ruanda und Uganda unterstützten mit ihren Armeen die Rebellen; auf Regierungsseite kämpften Angola, Simbabwe und Namibia.
Der auf ethnischen Konflikten beruhende Kongo-Krieg ist aber auch ein Stellvertreterkrieg hinsichtlich ökonomischer Interessen. Alle Beteiligten des Krieges plünderten Rohstoffe wie Gold, Diamanten, Coltan, Kobalt, Kupfer oder Edelhölzer. Auch heute sind wirtschaftliche Interessen dafür verantwortlich, dass Stellvertreter-Milizen von Ruanda und Uganda im Kongo agieren.
Politischer Wechsel
Nach der Ermordung von Laurent Kabila im Januar 2001 wurde dessen Stiefsohn Joseph Kabila Präsident. Im April 2002 begann der innerkongolesische Dialog, an dem Rebellen und Regierung, aber auch die Zivilbevölkerung beteiligt war. Die Rebellengruppen unterzeichneten im Dezember 2002 mit der Regierung ein Friedensabkommen. Kabila ernannte eine Übergangsregierung, die sich aus der bisherigen Regierung, Rebellenorganisationen, der zivilen Opposition und Bürgerrechtsgruppen zusammen setzt.
Diese Übergangsphase sollte nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Sommer 2006 enden. Aufgrund des knappen Wahlergebnisses zwischen den beiden Kandidaten Kabila und dem früheren Rebellenführer Jean-Pierre Bemba fand im Oktober 2006 eine Stichwahl statt, die Kabila gewann.
Kein Frieden in Sicht
Besser ist die Lage seitdem nicht geworden. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und abtrünnigen Armeeeinheiten halten an. In der ersten Septemberwoche flohen zehntausende Menschen vor den neuen Auseinandersetzungen zwischen der Regierungsarmee und den Rebellen des Tutsi-Generals Laurent Nkunda in der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu, ganze Dörfer leben voller Angst im Busch.
„Wir haben keine genauen Zahlen, aber es sind Zehntausende“, sagte ein Sprecher der Humanitären Hilfsaktion der UN MONUC in der Provinzhauptstadt Goma dem französischen Rundfunksender RFI. Die wenigen Nachrichten, die aus dem von der Armee abgeriegelten Kampfgebiet nach außen dringen, geben nur einen Bruchteil der humanitären Katastrophe wieder. Die Zahl der Flüchtlinge sei, nach UN-Angaben, allein in der Provinz Nord-Kivu auf bis zu 700.000 Menschen gestiegen.
zuletzt geändert: 01.01.2008
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