Zu den Inhalten springen
Suche:

Servicenavigation

Newsletter . | Kontakt . | Sitemap.

Sprachennavigation

english . | français . | español.
Katastrophenvorsorge mit "Energiewäldern" 

Sri Lanka

Glyricidia sepium ist der wissenschaftliche Name der Bäume, die in Endagalayaya und Kaluwellaketiya im Süden Sri Lankas Glühbirnen leuchten sowie Radios, Fernseher oder Kühlschränke laufen lassen. Der Fortschritt ist gleichzeitig praktischer Umweltschutz und Katastrophenvorsorge. Schutz der natürlichen Ressourcen statt Raubbau daran heißt die Devise des Modellprojektes der Diakonie Katastrophenhilfe.

Brennstoff für das dorfeigene Kraftwerk: Äste und Zweige der Glyricidien
Brennstoff für das dorfeigene Kraftwerk: Äste und Zweige der Glyricidien
Foto: Paul Hahn

Die Umwandlung von Holz zu Strom findet in einem Holzvergaser statt. Getrocknet und gehäckselt werden die Zweige und Äste der Glyricidien im dorfeigenen Holzvergaser-Kraftwerk unter Luftabschluss verbrannt. Das dadurch entstehende Gasgemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid treibt einen angeschlossenen Stromgenerator an. Ein 5-Kilowatt-Generator erzeugt etwa 100 Watt pro Dorfhaushalt, das reicht beispielsweise für den Betrieb von drei Energiesparlampen und einem Fernseher.

Die Technik ist nicht neu. In der Nachkriegszeit fuhren in Deutschland mit Holzvergasern angetriebene Lastwagen. Doch erst in jüngster Zeit gab es in armen Ländern wie Indien und Sri Lanka gezielte Versuche, die Methode zur Stromerzeugung zu nutzen. Der Projektleiter der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe ASPIRA in Sri Lanka, Lalith Seneviratne, experimentierte lange, bis er ein schadstoffarmes Modell entwickelt hatte. Durch die besonders hohe Temperatur verbrennt der entstehende Teer, sodass die Anlagen wenig Wasser zur Reinigung brauchen.

Erosionsschutz und Viehfutter

Das in Sri Lanka erprobte System hat gleich mehrere positive Effekte. Zum einen erhalten abgelegene Dörfer, die bislang nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind, Zugang zu Elektrizität. Zum anderen sind die als Brennstoff für die Stromerzeugung genutzten schnellwachsenden Bäume ein wichtiger Teil der Katastrophenvorsorge. Denn die Anpflanzungen schützen mit ihren Wurzeln den Boden vor Erosion und verbessern gleichzeitig seine Wasserspeicherfähigkeit. Dadurch mindern sie die Folgen von Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen. In elf Dörfern stehen inzwischen kleine Bio-Kraftwerke, die Strom für je rund 50 Haushalte liefern. Im Gegenzug verpflichtet sich jede Familie, mindestens 600 Bäume zu setzen. Seit Beginn des Programms im Jahr 2006 wurden bereits mehr als 150.000 gepflanzt. Bereits nach zwei bis drei Jahren können die Glyricidien beschnitten werden.

zuletzt aktualisiert: 17.06.2009

> Online spenden: Klima

Lesezeichen hinzufügen:

Projekt-Box

Mehr wissen
Für weitere Informationen stehen unsere Ansprechpartnerinnen im Service-Portal gerne zur Verfügung.


Immer auf dem Laufenden:
> Newsletter abonnieren
Projekt-Finder einblenden

Projekt-Finder



Weltkarte mit aktuellen Projekten Alle Projekte:
> Alle Projekte im Überblick
...damit das Leben weitergeht