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Konflikt hat verheerende Umweltschäden 

Das gefährliche Geschäft mit dem Holz

Zalingei, West Darfur, im Januar 2007. Die Sonne brennt vom Himmel und die Last, die sie tragen ist schwer. Doch ihr Schritt ist schnell: die drei Frauen eilen zurück in die Sicherheit des Lagers. Auf ihren Köpfen tragen sie Bündel mit Holz. Damit werden sie heute und morgen ihre Mahlzeiten kochen. Die Gefahren, die für Frauen in Darfur mit dem Sammeln von Feuerholz verbunden sind, sind nur zu gut dokumentiert. Aber auch die Umwelt hat in den drei Jahren, die der blutige Konflikt andauert, schwer unter dem Abholzen der Bäume gelitten.

In der Nähe des Lagers gibt es keine Bäume mehr. Auf der Suche nach Brennholz sind die Frauen mittlerweile einen halben Tag lang unterwegs.
In der Nähe des Lagers gibt es keine Bäume mehr. Auf der Suche nach Brennholz sind die Frauen mittlerweile einen halben Tag lang unterwegs.
Foto: Christoph Püschner

Es ist ein gefährliches Geschäft, aber die Frauen haben kaum eine Wahl. Sie brauchen das Holz, um das Essen für ihre Familien zuzubereiten. „Wenn ich 50 Cent habe, kann ich ein kleines Bündel Holz auf dem Markt kaufen,“ sagt Hawa. „Das reicht gerade für einen Tag. Wenn ich kein Geld habe, muss ich selbst Holz sammeln. In der Regel gehe ich jeden zweiten Tag.“

Neue Herde helfen Energie sparen

Um den Verbrauch von Holz zu verringern, schult der internationale Verbund von Hilfswerken ACT/Caritas, dem auch die Diakonie Katastrophenhilfe angehört, in den Flüchtlingslagern von Darfur Frauen im Bau von energiesparenden Herden. Das hat gleich zwei Vorteile: die gefährlichen Ausflüge zum Sammeln von Feuerholz werden seltener und die Bäume werden geschont.

Die energiesparenden Herde, hergestellt aus Sand, Lehm, Stroh und getrocknetem Dung, kosten so gut wie nichts. Sie bilden einen Ring um das Feuer (traditionell ein offenes Feuer auf der Erde), schützen es vor dem Wind und schränken so die Verschwendung der Wärme ein. Das Holz verbrennt langsamer.

Die Herde leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Das ist auch nötig, denn die bereits angerichteten Schäden sind groß. Hawa lebt seit drei Jahren im Lager Hamadiya. „In der Nähe des Camps gibt es schon kein Holz mehr“, erzählt sie. „Wir müssen jetzt ziemlich weit laufen.“ Morgens um acht verlassen die drei Frauen das Lager, nachmittags um drei kehren sie zurück.

Bäume gegen Wüstenbildung

Hamadiya ist eines von vier Lagern in der Umgebung der Stadt Zalingei. Im Umkreis von einem Kilometer steht kein einziger Baum mehr. Darüber hinaus haben sich die Abstände zwischen den Bäumen von einst 40 Metern auf jetzt 400 Meter erhöht. Der lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe, SUDO, will der fortschreitenden Wüstenbildung entgegenwirken. Im vergangenen Jahr hat SUDO in drei Baumschulen in Süd- und Westdarfur mehr als 125.000 Bäume aufgezogen.

Im Lager Hamadiya wurden 37.000 davon verteilt. Auch Hawa hat drei kleine Bäume bekommen. In zwei Jahren werden sie so groß sein, dass sie Schatten spenden. Doch eigentlich hofft Hawa, dass sie schon vorher in ihr Dorf zurück kehren kann.

Charlotte Brudenell/Gesine Wolfinger

zuletzt aktualisiert: 31.01.2007

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