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Birma, 28. Mai 2008. Die junge Frau hat große Angst. Draußen tobt ein schweres Gewitter. Die 26-Jährige Birmesin befürchtet, dass sich die Schrecken wiederholen könnten, die sie während des Wirbelsturms „Nargis“ vor drei Wochen durchlebt hat. Sie hat bei dem Zyklon ihre Eltern verloren. Unterschlupf hat sie jetzt in einem Gebäude eines lokalen Partners der Diakonie Katastrophenhilfe gefunden. Sie gehört zu den wenigen Überlebenden ihres Dorfes.
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Atemlos erzählt sie ihre Geschichte. Sie berichtet davon, wie das Wasser immer höher angestiegen ist und wie sie sich auf eine Anhöhe geflüchtet hat. Ihre Hände sind dabei ständig in Bewegung. Sie will dem Zuhörer deutlich machen, wie sie sich festgeklammert hat oder wie sie sich durch die Flut kämpfte. „Es war total dunkel, wir konnten kaum etwas sehen“, berichtet sie. Am Schluss faltet sie die Hände ineinander und blickt starr vor sich hin, als ob sie immer noch nicht fassen könnte, was geschehen ist. In ihrem Dorf hat fast keiner überlebt.
Mit mehr als 100 weiteren Sturmopfern lebt sie in den zu einem Übergangslager umfunktionierten Räumen. Die Überlebenden werden von Mitarbeitern der lokalen Partnerorganisation versorgt. Jugendliche Freiwillige kümmern sich um die Kinder. Unterdessen packen einen Stock tiefer die Mitarbeiter Hilfsgüter wie Reis, Trinkwasser, Salz, Speiseöl, Plastikplanen und Medikamente für die Opfer auf den Dörfern.
„Jetzt muss Saatgut verteilt werden."
Auch im Büro herrscht Hochbetrieb. Dort sitzen die Mitarbeiter über langen Listen von überlebenden Familien und machen sich Gedanken darüber, was die Dorfbewohner in den kommenden Wochen alles benötigen. In der jetzt einsetzenden Regenzeit ist ein wasserdichtes Dach unabdingbar. Und beim Reinigen der durch die Überflutung mit Salzwasser verunreinigten Teiche und Felder ist Hilfe nötig. „Jetzt muss möglichst schnell Saatgut verteilt werden“ betonen sie. Das soll zunächst auf den örtlichen Markt gekauft werden.
Ein anderer Partner bemüht sich gegenwärtig darum, größere Mengen Saatgut aus Indien zu beschaffen. Dieses soll dann mit Booten in die entlegenen Dörfer gebracht werden. Die Organisation hat drei Boote gemietet, um die Versorgung von 26 Dörfern in den kommenden drei Monaten zu gewährleisten. „Während die Boote unterwegs sind, besorgen wir die Güter für die nächste Fahrt“, berichtet ein Mitarbeiter.
Auch rings um Rangun schwere Zerstörungen
Ein anderer Partner weist darauf hin, dass es auch in den ländlichen Außenbezirken von Rangun schwere Zerstörungen gab. Zwar sei dort die Zahl der Toten bei weitem nicht so hoch gewesen wie im Delta, doch auch hier hätten viele Menschen ihr Hab und Gut verloren. „Bisher haben sie keinerlei Hilfe erhalten“, beklagt ein Helfer. In zehn Dörfern, die er betreut, leben rund 150.000 Menschen. Rund 14.000 Familien seien dringend auf Hilfe angewiesen, heißt es.
Viele Opfer sind in Übergangslagern oder bei Bekannten untergekommen. Aber sie brauchen Unterstützung, um ihre Häuser wiederherzurichten. Pro Haus fallen dabei Kosten von 130 bis 200 Euro an.
zuletzt aktualisiert: 28.05.2008
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