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Hermine Sikhangezile hat Glück. Jahrelang musste die 35-jährige Mutter von vier Kindern Wasser aus einem weit entfernten Fluss holen. Über viele Kilometer trug sie mehrmals am Tage das kostbare Nass in einem Wassereimer auf dem Kopf nach Hause, ohne zu wissen, ob das Wasser aus dem Fluss verunreinigt war oder nicht. Heute muss sie nur noch 300 Meter bis zur nächsten Pumpstation gehen. Hermine Sikhangezile und andere Dorfbewohner haben die Anlage mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe gebaut. Das klare Wasser gibt ihr die Gewissheit, dass ihre Kinder verschont bleiben werden von einer Geißel, die ihre Heimat immer wieder heimsucht: die Cholera.
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Die Ausbreitung der Krankheit ist allerdings nur ein Problem unter vielen in dem südafrikanischen Land. Bedingt durch die desolate wirtschaftliche und politische Lage ist die medizinische Versorgung vielerorts völlig zusammengebrochen. Es mangelt an Grundnahrungsmitteln, Saatgut, sauberem Trinkwasser und funktionierender Infrastruktur. Mindestens ein Fünftel der Bevölkerung Simbabwes kann sich nicht aus eigene Kraft ernähren. Helfer auf dem Land berichten, dass ihnen immer mehr Menschen begegnen, die seit Tagen kaum etwas gegessen haben.
Lebensmittelrationen gegen den Hunger
Zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe landwirtschaftliche Projekte vor Ort. Lokale kirchliche Partner verteilen Lebensmittelrationen, bestehend aus zehn Kilo Mais, zwei Kilo Bohnen sowie einem dreiviertel Liter Speiseöl. Insgesamt 10.000 Brunnen werden im Süden und Südosten des Landes neu gebohrt oder instand gesetzt. 25.000 Menschen bekommen so sauberes Trinkwasser und können ihre Felder bewässern. Gleichzeitig stellt die Diakonie Katastrophenhilfe Hilfslieferungen mit Medikamente und medizinisches Gerät bereit, damit die Cholera-Epidemie unter Kontrolle gebracht werden kann.
Trotz der schwierigen Lage haben die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe den Mut nicht verloren. "Wir arbeiten unter katastrophalen Bedingungen. Die Telefone funktionieren nicht, es gibt weder einen Internetanschluss noch Handyempfang, Treibstoff ist kaum aufzutreiben, Banken haben kein Bargeld", beschreibt Bongiwe Mavuwa, Gebietskoordinatorin der Partnerorganisation LDS (Lutheran Development Service Zimbabwe), ihren Alltag. "Aber wir müssen etwas tun. Wir können nicht einfach sagen: Wir hören auf zu arbeiten. Die Menschen in Simbabwe brauchen unsere Hilfe."
zuletzt aktualisiert: 03.03.2009
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