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Gewalt breitet sich im Umland Bogotás aus 

Jugendliche im Fokus des Projekts

Seit einigen Jahren kämpft die Diakonie Katastrophenhilfe erfolgreich gegen die allgegenwärtige Gewalt im Süden Bogotás und dem angrenzenden Bezirk Soacha. Doch während hier Besserung in Sicht ist, sieht sich das Umland der Millionenstadt immer größeren Problemen gegenüber. "Der gewalttätige Konflikt hat sich in den letzten Jahren von Bogotá auf die umliegenden Bezirke in der Hochebene der Hauptstadt ausgeweitet", erklärt Projektleiter Edwin Torrejano. Militärische und wirtschaftliche Interessen führen zu Gewalt und Vertreibungen. "Das Umland Bogotás galt lange als friedlich und konfliktfrei, doch das Anzünden von Häusern und Wohnviertel spricht eine andere Sprache."


Foto: Thomas Lohnes

In den kommenden zwei Jahren arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe in neun Bezirken in der Hochebene von Bogotá sowie drei Bezirken in der Tieflandprovinz Meta für die gesicherte Ernährung von über 6.400 Menschen. In kleinen Parzellen wird Gemüse und Getreide angebaut, denn "höhere Unabhängigkeit in Fragen der Nahrungsmittelbeschaffung durch eigene Produktion ist ein Zeichen des Widerstands", erklärt Torrejano.

Gemeindeküchen versorgen Mütter und Kinder, haben sich in der Vergangenheit darüber hinaus oft zu kommunalen Treffpunkten entwickelt, in denen Bewohner gemeinsam mit Projektteams nach Antworten auf ihre schwierige Lage gesucht haben.

Jugendliche geben Erfahrungen weiter und warnen

Besonders wichtig ist die Arbeit mit Jugendlichen. Rekrutiert werden sie nicht mehr nur als bewaffnete Kämpfer, sondern für einfache Spionagetätigkeiten oder für den Drogenhandel. Folgen sind schneller sozialer Zerfall und tiefes Misstrauen in vielen Gemeinden. In eigens entworfenen Radioprogrammen werden die Jugendlichen nun selbst über die Risiken aufklären und eigene Wege formulieren, diese abzubauen.

"Nur eine klare Verringerung von Risikofaktoren kann den Betroffenen ein würdevolles Leben zurückgeben und deren Lebensumstände verbessern", zeigt sich der Regionaldirektor der Diakonie Katastrophenhilfe Hans-Georg Janze überzeugt. Das Projekt wird für 22 Monate vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt.

zuletzt aktualisiert: 07.08.2009

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