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Fünf Jahre nach dem Tsunami 

Überlebende haben Chancen genutzt

Vor fünf Jahren forderte der Tsunami Hunderttausende Menschenleben. Dieses riesige Ausmaß der Katastrophe führte zu einer noch nie dagewesenen Spendenbereitschaft: Allein in Deutschland wurden 670 Millionen Euro für die Opfer gespendet - 44,7 Millionen davon gingen an die Diakonie Katastrophenhilfe.

Die 34jährige Nurhasanah mit Ehemann Junaidi (43) und Tochter Epi (4) und Nachbarsjungen Dicky (15) aufgenommen in ihrem Kiosk, der über die Partnerorganisation SAN von der Diakonie Katastrophenhilfe gespendet wurde, in Banda Aceh (Indonesien) am 21.11.06. Sie hatte vor dem Tsunami schon einen Kiosk betrieben. Der kleine Laden sichert jetzt einen Teil ihres Lebensunterhaltes. Ihr Mann der früher einen Laden für gebrauchte Motorräder hatte, jobt als Tagelöhne bis das Geld für einen Neuanfang langt.  Foto: Thomas Lohnes

Leo Ratuwalangon (57) aufgenommen vor einem Schiff das beim Tsunamie 2004 auf dem Dach des Hauses in Lampulo, einem Ortsteil von Banda Aceh (Indonesien) strandete. In dem Schif überlebten 37 Fischer, von denen einige jetzt in dem Haus darunter leben. Leo koordiniert für Diakonie Katastrophenhilfe in Banda Aceh und der Stadt Sigli die Hilfsprojekte für die Opfer des Tsunamie. Foto: Thomas Lohnes

Frauen bereiten am Mittwoch (22.11.06) vier Monate alte Mangroven-Setzlinge in der Baumschule in Lamuga einem Dorf nahe Banda Aceh (Indonesien) für den Transport vor. Bei dem verheerenden Tsunamie am 26. Dezember 2004 wurde auch das Ökosystem der Mangroven um Banda Aceh zerstört. 250.000 Mangroven und andere Küstenpflanzen auf 38,5 Hektar im Flussdelta von Ulee Lheue in Banda Aceh will die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrer Partnerorganisation LPLKC unterstützten. In einer Mangroven-Initiative sind rund 50 Leute organisiert, die zur Nachhaltigen Nutzung das Ökosystem wieder aufbauen wollen. Foto: Thomas Lohnes

In der Gemeinde Salamanga bei Sigli (Indonesien) im Nordosten der Provinz Aceh errichtet die Organisation YBK mit den Spenden der Diakonie Katastrophenhilfe 238 Haeuser. Foto vom 23.11.2006: Thomas Lohnes

In der Gemeinde Salamanga bei Sigli (Indonesien) im Nordosten der Provinz Aceh errichtet die Organisation YBK mit den Spenden der Diakonie Katastrophenhilfe 238 Haeuser. Fischerverkäufer Bachtiar (45), seine Töchter Munawarah (18), Rahmi (4) und Sohn Muryadi (8) auf ihrem Grundstück, wo Arbeiter die Verschalung für die Wände richten. Im Hintergrund steht die Holzhütte in der sie derzeit leben. Foto vom 23.11.2006: Thomas Lohnes

Die 37jaehrige Jalina haelt am Samstag (25.11.06) vor ihrem neu errichteten Haus im Stadtteil Lampulo in Banda Aceh Gemüse das sie in ihre kleinen Garküche zubereiten will in der Hand. 70 Häuser werden über den Diakonie Partner Kata Hati in dem Stadteil für die Opfer des Tsunami gebaut. Foto: Thomas Lohnes.

Forstingenieurin Putri Balkis (39, rechts) pflanzt am Samstag (25.11.06) in Ulee Lheue in Banda Aceh mit der Unternehmerin Syarifah Mastura (39, links) einen Mangroven-Setzling. Bei dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 wurde auch das Ökosystem der Mangroven um Banda Aceh zerstört. Das Anpflanzen von 250.000 Mangroven und andere Küstenpflanzen auf 38,5 Hektar im Flussdelta von Ulee Lheue in Banda Aceh will die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrer Partnerorganisation LPLKC unterstützten. In einer Mangroven-Initiative sind rund 50 Leute organisiert, die zur Nachhaltigen Nutzung das Ökosystem wieder aufbauen wollen. Putri Balkis wird verantwortlich sein für die Baumschule, die derzeit entsteht um einen Teil der Mangroven selbst zu ziehen. Foto: Thomas Lohnes

Vater Pansun streicht das neue Haus, waehrend Mutter T. Vijayarani und Baby Sardursen davor stehen. Sie haben von der Organisation Devasarana Development Centre (DDC) in Kurukalmadam bei Baticaloa, ein Uebergangshaus gebaut bekommen, das sie spaeter, wenn sie ihr richtiges Haus aufgebaut haben, als Kueche nutzen werden. Foto: Thomas Lohnes

Bootsbau-Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe bei Tangalle. Foto: Thomas Lohnes

Bootsreperaturwerkstatt in Kaluvernkerny bei Baticaloa, ein projektpartner der Diakonie Katastrophenhilfe. Foto: Thomas Lohnes

Auch in Banda Aceh sind noch die Spuren zu sehen, die der Tsunami hinterlassen hat. Zum Beispiel ein zerstörtes Einkaufszentrum in der Nachbarschaft der großen Moschee. Foto: Rainer Lang

Rainer Lang (links) von der Diakonie Katastrophenhilfe in Deutschland sowie Renee Manoppo vom Büro der Diakonie Katastrophenhilfe in Indonesien in Banda Aceh. Das Schiff im Hintergrund wurde beim Tsunami kilometerweit ins Land geschleudert und landete auf einem Hausdach. Daraus ist eine Gedenkstätte entstanden. Foto: Rainer Lang

Die Diakonie Katastrophenhilfe brachte 109 Projekte auf den Weg, vor allem in Indien, Indonesien und Sri Lanka. Ein kleiner Teil der Mittel floss nach Bangladesch, Myanmar, Somalia und Kenia.

Besonders hart hatte es Indonesien getroffen. Im Norden der Insel Sumatra, in der Provinz Aceh, in der damals noch Bürgerkrieg herrschte, waren ganze Orte von der Landkarte verschwunden. Dort startete die Diakonie Katastrophenhilfe mit lokalen Partnerorganisationen eine Reihe von Hilfsprojekten. Dazu gehörten die akute Nothilfe mit medizinischer Unterstützung und das Verteilen von Nahrungsmitteln und Zelten. Das evangelische Hilfswerk leistete auch viele Hilfen zum Wiederaufbau. Dabei wurden Häuser, Kliniken und Schulen gebaut oder mit Kleinkrediten Menschen unterstützt, damit sie sich wieder eine Existenz aufbauen können.

Was ist aus diesen Projekten fünf Jahre nach der Katastrophe geworden? Zwei Beispiele zeigen, dass sich die Arbeit, die dank zahlreicher Spenden erst möglich geworden war, gelohnt hat. Es sind zwei Erfolgsgeschichten, die deutlich machen, dass die Überlebenden die Chancen, die ihnen in den Projekten geboten worden sind, genutzt haben.

Zwei Partnerorganisationen von der Diakonie Katastrophenhilfe setzten die Projekte um: Die Yakkum Emergency Unit (YEU), die Nothilfeabteilung der indonesischen Hilfsorganisation Yakkum (Christliche Stiftung für öffentliche Gesundheit), kümmerte sich um Hilfsprojekte. Die Organisation ist vor allem im medizinischen Bereich tätig, engagiert sich aber auch zunehmend in der Katastrophenvorsorge. Das Forum Banda Aceh (FBA) entstand als Antwort auf die Naturkatastrophe vom 26. Dezember 2004 in Aceh, um den Überlebenden des Tsunami schnelle Hilfe bereitstellen zu können. FBA hat sich in mehreren Bereichen engagiert, wozu die wirtschaftliche Förderung der Überlebenden, der Wiederaufbau von Schulen oder ein Gesundheitsprogramm gehören.

Hilfe für Fischer, die Boote und Netze erhielten, der Ausbau von Krankenhäusern, der Wiederaufbau von Schulen und der Neubau von Wohnhäusern: Auch in Sri Lanka wurden nach der Flutkatastrophe zahlreiche Hilfsprojekte umgesetzt. Die Diakonie Katastrophenhilfe engagierte sich in allen Landesteilen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land unter zum Teil schwierigen Bedingungen. Dabei unterstützte das evangelische Hilfswerk mehrere Partner. Zugleich richtete die Diakonie Katastrophenhilfe zur Unterstützung der Partner ein Projektbüro im Land ein.

zuletzt aktualisiert: 08.12.2009

> Online spenden: Katastrophenhilfe weltweit

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