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Das Camp der Diakonie Katastrophenhilfe in Jacmel hat für die Vereinten Nationen Modellcharakter. Das teilten UN-Vertreter bei dem Besuch der Schauspielerin Angelina Jolie in dem Camp mit. Jolie ist als Botschafterin des UN-Flüchtlingskommissariats in Haiti unterwegs. Die Verteilung von Hilfsgütern geht weiter voran. Ein zweiter Hilfsflug und ein Schiffstransport haben Haiti und die Schwerpunktregion um Jacmel im Südosten des Landes erreicht. Neben Großraumzelten, Nahrungsmitteln und Plastikkanistern werden 2.000 Zelte für einzelne Familien, Decken, Plastikplanen sowie Haushalts- und Hygienesets verteilt. Bereits 1.300 Personen sind in 115 Familienzelte umgezogen. Der zweite Hilfsflug hatte zehn Tonnen Werkzeuge an Bord, mit denen "Food for work"- sowie „Cash for work“-Projekt aufgestellt werden. Weiter geplant ist der Wiederaufbau von 300 beschädigten Häusern und zwei Schulen in der Region.
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Mit den Werkzeug-Sets aus dem zweiten Hilfsflug werden in der Stadt Jacmel im Südosten Haitis zwei Hilfsprogramme für die Überlebenden des Erdbebens gestartet. Im Rahmen von „Food for work“ können sich 1.500 Menschen an der Beseitigung der Trümmer sowie am Wiederaufbau beteiligen. Bezahlt werden sie in Nahrungsmittel, die die Vereinten Nationen bereit stellen. Gleichzeitig zielt „Cash for work“ auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen. Finanziell besonders schwach gestellte Familien werden für ihre Hilfe beim Wiederaufbau bezahlt und können sich so mit Lebensmitteln versorgen, obwohl deren Preis auf dem Markt stark angestiegen ist.
Darüber hinaus verteilen Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation KROS 2.000 Zelte, Decken, Haushalts- und Hygienesets sowie Plastikplanen in Jacmel und Bainet. Am vergangenen Wochenende konnten insgesamt 1.300 Personen die ersten 115 Familienzelte beziehen. In einem nächsten Schritt sollen in der Region 300 beschädigte Häuser und zwei Schulen mit Unterstützung des evangelischen Hilfswerks wieder aufgebaut werden. Außerdem wird das Hilfswerk Toiletten und Duschen für Erdbebenopfer errichten.
Täglich sind Lastwagen mit Hilfsgütern in den beiden betroffenen Orten Jacmel und Bainet unterwegs. Sie fahren zuvor vereinbarte Punkte an, an denen Freiwillige die Hilfsgüter abladen. Die Verteilung der Güter überlassen sie den betroffenen Familien, die sich in lokalen Basisgruppen mit jeweils etwa 30 Familien oder rund 150 Personen organisiert haben. Da die Hilfsgüter an Basisgruppen gehen, gibt es keine langwierige Verteilung vom Lastwagen herunter. „So kommt es nicht zu Gewalt und Chaos. Außerdem ist wegen der Nähe zu den Betroffenen und ihrer Beteiligung keine Begleitung durch Sicherheitskräfte nötig“, betont Astrid Nissen, die Leiterin des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti.
Stärkstes Beben seit 70 Jahren
Am 12. Januar 2010 bebte im Karibikstaat Haiti die Erde. Mit einer Stärke von 7,0 gilt das Beben als eines der stärksten der vergangenen siebzig Jahre in der Karibik. Zahlreiche Nachbeben folgten und versetzten die Menschen weiterhin in Angst. Neben der Hauptstadt Port-au-Prince wurden auch andere Regionen Haitis heimgesucht. Häuser und die Infrastruktur wurden zum Teil total zerstört, hunderte Menschen kamen um, die Zahl der Verletzten geht in die Hunderttausende.
Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet seit Jahren Hilfe in Haití, das als ärmstes Land in der westlichen Hemisphäre gilt und seit Jahrzehnten eine anhaltende soziale Krise durchlebt. Rund siebzig Prozent der rund neun Millionen Haitianer leben in tiefer Armut, das Land ist in hohem Maße auf externe Hilfe angewiesen. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Überschwemmungen peinigen das Land in regelmäßigen Abständen und verstärken die Misere.
zuletzt aktualisiert: 08.02.2010
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