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Erdbeben Haiti 

Interview mit Daniela Simm

Drei Fragen an Daniela Simm, Kontinentalverantwortliche für Lateinamerika und die Karibik der Diakonie Katastrophenhilfe.

Daniela Simm
Daniela Simm

Sie haben direkt nach dem Erdbeben mit Astrid Nissen, der Projektleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti, gesprochen. Was schilderte die Kollegin aus der Hauptstadt Port-au-Prince?
Unser Team war aber in seinem Büro in der Hauptstadt und bekam das Beben direkt mit. Es kam zu schweren Nachbeben. Deswegen sind die Menschen, die flüchten konnten, nicht in ihre Häuser zurückgekehrt. Tausende Menschen waren nachts auf der Straße, haben gesungen und gebetet und die Verletzten versorgt. Es ist schwierig, überhaupt Zugang zu anderen Vierteln zu bekommen, weil überall Trümmer herumliegen. In den Krankenhäusern gibt es keine Notstromversorgung, sodass es zu Operationen bei Kerzenlicht kam. Viele Verletzte und Tote konnten noch gar nicht gerettet und geborgen werden, weil sie unter den Trümmern liegen. An den Hängen von Port-au-Prince gibt es Slums, in denen die Ärmsten der Armen leben. Dort sind offenbar Hänge abgerutscht und Menschen wurden verschüttet. Das Ausmaß konnten wir noch nicht feststellen. Es könnte noch Tage dauern, bis diese Viertel wieder begehbar sind. Weder die Kommunikationswege noch die Stromversorgung funktionierten.

Wie sieht es außerhalb der Hauptstadt aus?
Nach Orten außerhalb von Port-au-Prince ist bislang kein Kontakt möglich gewesen. Die Telefone funktionieren nicht, und auch über die Straßen ist kein Zugang möglich. Es ist zu befürchten, dass Gebiete außerhalb der Hauptstadt auch von dem Erdbeben betroffen sind. Diese Gebiete sind sehr schwer zugänglich, und aus dem Gebiet, in dem die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet, haben wir noch keine Meldungen erhalten.

Wie hilft die Diakonie Katastrophenhilfe nach dem Erdbeben?
Als erstes wird unser Team aus dem Büro in Port-au-Prince die betroffenen Viertel besuchen und mit unseren Partnerorganisationen Kontakt aufnehmen. Gemeinsam werden sie dann die Schäden und den Hilfsbedarf feststellen. Um sofort reagieren zu können, hat die Diakonie Katastrophenhilfe 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

zuletzt aktualisiert: 13.01.2010

> Online spenden: Erdbebenhilfe Haiti

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