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|| Home > Hilfe weltweit > Projekte > Haiti > Berichte > Bericht über die Lage vor Ort
Eindrücke vom Team der Diakonie Katastrophenhilfe aus Haiti 

"Unser Büro ist eine Herberge geworden"

Über die Situation in Haitis Hauptstadt und die Lage für die Mitarbeitenden des Büros in Port-au-Prince der Diakonie Katastrophenhilfe berichtet Hans G. Janze, Leiter des Regionalbüros Lateinamerika der Diakonie Katastrophenhilfe.

Am Mittwochabend ist es uns endlich wieder gelungen, mit Astrid Nissen, Leiterin des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe in Port-au-Prince, Kontakt aufzunehmen. Darüber sind wir sehr froh! Das  Problem lag darin, dass es keine stabile Internet-Verbindung in der Stadt gab, jetzt berichtet Astrid Nissen, dass zeitweise sogar das Telefonieren wieder möglich ist.

Fast alle Mitglieder unseres Teams haben Tote und Verletzte zu beklagen. Die meisten haben keine Wohnung mehr, und  aus dem Büro der Diakonie Katastrophenhilfe ist weitgehend eine Herberge geworden, in dem Teammitglieder und ihre Familienangehörige Zuflucht gefunden haben. Jedoch geht der Wasservorrat zur Neige und Lebensmittel werden extrem knapp, genauso wie Treibstoff - ab morgen wird dies zu einem sich verschärfenden Problem werden.  An eine geordnete Arbeit mit den Teammitgliedern ist unter diesen Umständen nicht zu denken, da immer noch Familienangehörige unter Trümmern begraben sind. Dringend benötigt wird daher psychosoziale Hilfe, um insbesondere die Teammitglieder und ihre Angehörigen zunächst aus ihrem Trauma ein wenig zu befreien.

Astrid Nissen schätzt, dass sich bis zum Wochenende mehr Mitarbeitende wieder ins Arbeitsteam eingliedern können. Sie hofft auch, dass ein Mitarbeiter, der in der Projektregion von Bainet ist, demnächst mit seinem Fahrzeug in Port-au-Prince eintrifft. Die Hauptstraße von Jacmel - diese Stadt an der Südküste ist ebenfalls weitgehend zerstört - nach Port-au-Prince ist nicht durchweg befahrbar, aber mit vielen Umwegen ist die Hauptstadt zu erreichen. Eine Mitarbeiterin fliegt am Freitagmorgen ach Santo Domingo, wo sie mit einer Partnerorganisation in enger Absprache mit Astrid Nissen Hilfe für die Menschen in Port-au-Prince koordinieren will. Eventuell wird noch ein Mediziner unser Team verstärken. Im Hinblick jedoch auf die zu leistende Koordinierungsarbeit vor und nach Ankunft der Hilfslieferungen - mindestens 15 Tonnen! - wäre es aber immer noch eher ein sehr kleines Team, bedenkt man die extremen Umstände im Land, die sich uns allen erst in den letzten beiden Tagen erschlossen haben.

zuletzt aktualisiert: 15.01.2010

> Online spenden: Erdbebenhilfe Haiti

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