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Die junge Frau wird mit einer Schubkarre gebracht. Sie lebt am Rande der durch ein schweres Erdbeben zerstörten Innenstadt der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince auf dem Gelände einer katholischen Kirche, wo fast 3.000 Menschen Zuflucht gefunden. Zwar weist das Gotteshaus einige Risse auf und ein Teil der Fassade droht herunterzufallen, aber es hat dem Beben standgehalten. In der Umgebung sind die meisten Häuser zerstört.
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Ein Team von Mudha, einer dominikanisch-haitianischen Frauenorganisation, ist vorbei gekommen, um den Verband von Dorilas Ronise zu wechseln. Mudha ist ein lokaler Partner der Diakonie Katastrophenhilfe und hat sofort nach dem Beben medizinische Teams eingesetzt. Sie haben auch Dorilas verarztet.
Es ist eine Woche vergangen, seitdem Mudha seine mobile Klinik auf dem Kirchengelände abgezogen hat. Jetzt schaut das Team nach dem Zustand des Lagers und betreut die Notfälle. Nach einem Lager sieht das Gelände eigentlich nicht aus. Ein paar wenige kleine Zelte sind aufgestellt. Sonst bemerkt man kaum etwas davon, dass hier Tausende leben. Nachts legen sie sich auf den nackten Boden. „Wir haben hier kaum genug Platz, damit alle schlafen können“, erklärt Pascal, einer der Ältesten in der Gemeinde. Die meisten seien tagsüber unterwegs auf den Straßen, um etwas zu essen zu finden. Manche finden auch einen Gelegenheitsjob für ein paar Stunden und können damit etwas zu kaufen.
Hilfe kam bisher nur von Mudha
Viele Menschen gehen jeden Tag viele Kilometer auf der Suche nach Essen, sagt Pater la Guerre. Er beklagt gegenüber der Leiterin des Hilfseinsatzes von Mudha in Haiti, dass die Menschen auf seinem Grundstück zwei Wochen nach dem Erdbeben immer noch keine Hilfe erhalten haben, trotz der Nähe zum Stadtzentrum. Der Geistliche versteht das nicht. Er betont, dass Mudha die einzige Organisation ist, die der Gemeinde bisher geholfen hat.
Pascal macht das wütend, und er erklärt, dass die Menschen Trinkwasser, Nahrungsmittel und Zelte brauchen würden. Nach dem ersten Eindruck zu urteilen, ist auf dem Gelände nicht ein Camp zu vermuten. Es ist eines der unzähligen Camps, die die Menschen notdürftig aus Decken und Plastikplanen zusammen gebaut haben. Aber es gibt nur ganz wenige Zelte. Der Rest schläft einfach auf dem harten Boden.
80 Helfer und mobile Teams waren im Einsatz
Marie Sol, die die Einsätze der Mudha-Teams mit Ärzten, Krankenpflegern und Freiwilligen, koordiniert, weist darauf hin, dass in den ersten Tagen nach der Katastrophe Mudha mit insgesamt 80 Personen und mehreren mobilen Teams in Port-au-Prince im Einsatz war. Jetzt ist die Frauenorganisation noch mit etwa drei Dutzend Leuten vor Ort. Dazu zählt auch Elena. Die aus Spanien stammende Studentin aus den USA hat zufällig Urlaub in Santo Domingo gemacht, als sich das Erdbeben ereignete. Spontan hat sie sich Mudha angeschlossen. Elena will länger in Port-au-Prince bleiben. Mudha will in den nächsten Wochen zwei Camps stärker betreuen. Beim zweiten ist der Zustand noch schlechter, vor allem auch die sanitäre Lage.
Nothilfe wird systematisch ausgerichtet
Etwa 2.000 Menschen haben sich auf dem Gelände des früheren Hotels niedergelassen.
Mudha hat beim ersten Einsatz zwar etwas Wasser und Essen in Dosen verteilt. Aber das ist bei weitem nicht genug. Die Organisation, die sich als Basisorganisation versteht, will in der Nothilfephase die Betroffenen systematisch unterstützen, vor allem mit Medizin, Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Die Freiwilligen gehen aber auch in die Lager, um mit den Kindern zu spielen. Mudha kümmert sich auch um Waisenkinder im schwer zerstörten Leogane und ist auch im Süden tätig.
von Rainer Lang
zuletzt aktualisiert: 26.01.2010
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