Zu den Inhalten springen
Suche:

Servicenavigation

Newsletter . | Kontakt . | Sitemap.

Sprachennavigation

english . | français . | español.
|| Home > Hilfe weltweit > Projekte > Haiti > Berichte > Eine Nacht in den Trümmern begraben
Partnerorganisation unterstützt Waisenhaus in Leogane 

Eine Nacht in den Trümmern begraben

Rose deutet auf das rosa Band, das sie am Handgelenk trägt, als sie die Besucher danach fragen, wie ihr Name denn buchstabiert wird. Mit elf Jahren hat sie ihre Füße verloren. Sie mussten amputiert werden. Die Verletzungen waren zu schwer, nachdem das Mädchen nach dem starken Erdbeben auf Haiti eine Nacht lang unter den Trümmern begraben war. Rose Michelle  ist im kirchlichen Waisenhaus in Leogane zu Hause. In den Armen des Verwalters, Johny Jean, fühlt sie sich sicher. Seit dem Erdbeben leben die 90 Waisenkinder im Freien. Unterstützt werden sie von Mudha, dem lokalen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe.

Rose in den Armen des Verwalters. Daneben die Krankenschwester und freiwillige Helferin, die Rose in die Klinik gebracht hatte. Foto: Rainer Lang/Diakonie Katastrophenhilfe

Die Waisenkinder essen jetzt im Freien vor den Trümmern ihrer Einrichtung. Foto: Rainer Lang/ Diakonie Katastrophenhilfe

Mudha, der Partner der Diakonie Katastrophenhilfe, unterstützt das Waisenhaus mit Dingen des täglichen Bedarfs. Foto: Rainer Lang/Diakonie Katastrophenhilfe

Regelmäßig kommt die Ambulanz von Mudha inws Waisenhaus. Foto: Rainer Lang/Diakonie Katastrophenhilfe

Eine Woche nach dem Erdbeben wurden die Füße von Rose amputiert. Offenbar waren die Verletzungen zu schwer, aber auch die Wunden waren stark infiziert. Auf jeden Fall wurde sie nach der Erstversorgung der Wunden von Krankenhaus zu Krankenhaus geschickt, erzählt die Krankenschwester Gearma Salomon, die als Freiwillige im Waisenhaus hilft und Rose ins Krankenhaus brachte.

Die beiden sind in dem Chaos nach dem Erdbeben von einem Krankenhaus zum nächsten geschickt worden, dazwischen nach Hause und als sich schließlich die Wunden so stark entzündet hatten, blieb den Ärzten nichts mehr anderes übrig, als schnellstmöglich zu amputieren. Rose ist kein Einzelfall. In den Kliniken der Stadt mussten wegen solcher Infektionen bei vielen Menschen Arme oder Beine amputiert werden.

Nahrungsmittel – aber auch Spielsachen werden verteilt

Rose ist das einzige Kind im Waisenhaus „Marie Reine des Apotres“ in Leogane, das schwere Verletzungen erlitten hat. Die Managerin und ein 20-jähriges Waisenkind sind in den Trümmern gestorben. Verwalter Johny Jean steht zehn Tage nach dem Beben der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Er weiß nicht, wo die Hilfe für den Wiederaufbau herkommen soll. Zunächst muss er sich mit seinen Schützlingen auf ein Leben im Freien einstellen. Glücklicherweise hat das Waisenhaus schon einige Zelte erhalten.

Mudha, die Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, kommt regelmäßig mit einem medizinischen Team und der Ambulanz vorbei. Außerdem unterstützt die haitianisch-dominikanische Frauenorganisation das Waisenhaus mit allem, was zum täglichen Bedarf gehört, von Nahrungsmitteln über Matratzen bis zu Decken und Spielsachen. Außerdem versuchen 30 jugendliche Freiwillige von Mudha im Spiel die Kinder nach dem Erdbeben wieder aufzuheitern und ihnen Selbstbewusstsein zu geben.

Eltern geben Kinder in Waisenhäuser

Marie Sol, die Leiterin des Nothilfeeinsatzes von Mudha in Haiti, hält die Unterstützung von Waisenhäusern gerade in der schwierigen Situation nach dem Erdbeben für besonders wichtig. Schon vor dem Erdbeben wurden viele Kinder vernachlässigt und sich selbst überlassen, weil die Eltern sich ihre Nahrungsmittel nicht mehr leisten konnten. Das war auch bei Bouchon so. Der Fünfjährige wurde in völlig verwahrlostem Zustand bei seiner Mutter auf der Straße entdeckt. Jetzt lebt er seit zwei Jahren im Waisenhaus.

Das ist auch bei Widly Midi so gewesen. Er war vier Jahre alt, als er mit seinem drei Jahre älteren Bruder ins Waisenhaus kam. An seine Eltern kann er sich gar nicht mehr erinnern. Die Eltern haben ihn und seinen Bruder offenbar sich selbst überlassen

Ziel der Einrichtung ist es, den Kindern eine gute Ausbildung mit auf den Weg zu geben, damit sie später auf eigenen Beinen stehen können. Der 15 Jahre alte Jean Heindrick, der seit sieben Jahren im Waisenhaus ist, lernt jetzt, Körbe zu flechten.

von Rainer Lang

zuletzt aktualisiert: 01.02.2010

> Online spenden: Erdbebenhilfe Haiti

Lesezeichen hinzufügen:
Projekt-Finder einblenden

Projekt-Finder



Weltkarte mit aktuellen Projekten Alle Projekte:
> Alle Projekte im Überblick
...damit das Leben weitergeht