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Unterschlupf für möglichst viele Menschen 

Zelte für Erdbebenopfer in Jacmel errichtet

Am Freitag haben die Mitarbieter der Diakonie Katastrophenhilfe und der lokalen Partnerorganisation KROS mit dem Aufbau von Zelten für die Erdbebenopfer in der Stadt Jacmel begonnen. 115 Familienzelte wurden in der vom Beben stark betroffenen Stadt errichtet, in denen 1300 Personen eine bessere Notunterkunft gefunden haben. In den nächsten Tagen werden weitere folgen. Insgesamt sollen 2000 Zelte möglichst vielen Menschen Unterschlupf gewähren.

Umzug in die Zelte der Diakonie Katastrophenhilfe

Die 28-jährige Madeleine Jaque war eine der ersten Personen, die ein Zelt zugewiesen bekommen hat. “Wir mussten die letzten Wochen ausserhalb unseres Hauses verbringen”, erzählt die Mutter von zwei Kleinkindern. Unter einer Stoffplane habe sie gelebt, nur 50 Meter vom neuen Zelt entfernt. Und zu allem Unglück habe es die letzten Tage trotz Trockenzeit geregnet. Zwar sei das Haus der Familie nicht zerstört worden, doch die Schäden an der Struktur und die permanente Angst vor Nachbeben hielt sie davon ab, dort wieder zu wohnen. Mit ihren Kindern, ihrer Mutter und zwei weiteren Verwandten richtet sie sich für die nächste Zeit im von der Diakonie Katastrophenhilfe gestellten Zelt ein. Vom alten Lager holen sie die wenigen Sachen, bevor die Nacht einbricht. In der Hand hält Madeleine Jaque den gelben Zettel, den sie von Diakonie Katastrophenhilfe bekommen hat und der ihr den zügigen Einzug ins Zelt ermöglicht.

Koordination der Zeltvergabe mit Registerkarten

Die Tage zuvor wurden in einem Flüchtlingscamp der Stadt Familien durch Diakonie und KROS ausfindig gemacht, die bei der Zeltvergabe Vorrang haben. “Es geht nach den Bedürfnissen”, erklärt der italienische Diakonie-Mitarbeiter Teodoro Aniceto. “Familien mit vielen Kindern, ältere Menschen oder schwangere Frauen werden bevorzugt behandelt”, so der Napolitaner, der die letzten Tage am Zeltaufbau beteiligt war. Trotz riesigen Drucks wurden die Daten der Menschen detailliert aufgenommen und dann entsprechend gelbe Registrierkarten verteilt. Jetzt weist er den Menschen ihre jeweilige Zeltnummer zu. “Wenn es da zu Fehlern kommt, haben wir ein Problem”, so Aniceto, der konzentriert wie bei einer Passkontrolle die Daten abgleicht. Seit Tagen haben die Menschen in den chaotisch zusammengebauten Lagern auf Zelte gewartet und dementsprechend ist die Spannung bei der Verteilung zu spüren. Doch alles läuft glatt. Die Nummern stehen in grossen blauen Lettern auf der Zeltplane und einer Familie nach der anderen wird ein Zelt zugewiesen.

Notlagers versus “cash for work”

Doch das ist erst der Anfang. In den kommenden Tagen werden in der Nothilfephase im Süden Haitis 2.000 Zelte aufgebaut. Im Anschluss daran erhalten die Familien Decken, Matratzen, Moskitonetze sowie Küchen- und Hygienesets, um ihre Lebenssituation etwas zu verbessern. Parallel dazu werden Werkzeugkits verteilt, damit die Menschen so schnell wie möglich mit der Beseitigung der Trümmer und dem Wiederaufbau ihrer Häuser beginnen können. Das sogenannte “cash for work – Programm” soll Betroffene mit einem kleinen Einkommen finanziell unterstützen. Für ihre Hilfe beim Wiederaufabu werden sie bezahlt und sind so nicht auf tägliche Nahrungsmittelverteilungen angewiesen. Statt dessen können sie sich ihre Nahrungsmittel selbst kaufen. Das stärkt den lokalen Markt, der bei einer weitgehend auf Hilfe abhängigen Bevölkerung Gefahr läuft, irgendwann wegen Nachfragemangel zusammenzubrechen. “Das Lager soll deshalb eine Ausnahme sein,  ist aber momentan noch für viele Überlebende dringend notwendig”, erklärt Aniceto.

von Tommy Ramm

zuletzt aktualisiert: 08.02.2010

> Online spenden: Erdbebenhilfe Haiti

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