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Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Beim regelmäßigen Treffen der deutschen Hilfsorganisationen in der deutschen Botschaft geht es vor allem auch um die Frage der geordneten Verteilung. Das ist ein großes Problem. Auch ich habe in Port-au-Prince chaotische Szenen gesehen bei Verteilungen. Ähnliches berichten auch andere Hilfsorganisationen in der Runde. Wenn der Druck zu groß werde, könne die Situation schnell kippen, warnen sie. Deshalb ist Sicherheit bei der Verteilung eine drängende Frage. Auch unsere Partner vor Ort in Jacmel sagen, dass die Sicherheitsfrage vor der Verteilung geklärt werden muss. Gute Erfahrungen haben alle jedoch mit der Selbstorganisation der intern Vertriebenen in den notdürftig eingerichteten Lagern gemacht. Dort funktioniere die Verteilung gut.

Nach der Sitzung am Vormittag und einem längeren Informationsgespräch über die Abläufe im Büro in Port-au-Prince schlägt bei mir die Frustration durch. Nichts funktioniert: Mein Mobiltelefon ist abgestürzt, mit dem Satellitentelefon gibt es auch keine gute Verbindung und das Internet fällt ebenso aus. Und ich soll einem deutschen Journalisten meine Eindrücke zur Lage in Haiti schildern. Außerdem soll ich den Kollegen im Büro in Stuttgart einen kurzen Lagebericht geben.
Kurzum: ich bin völlig frustriert. Im Büro herrscht Hektik. Alle sind beschäftigt. Es müssen Listen der geplanten Ausgaben geschrieben werden. Neue Büroausrüstung soll ankommen. Außerdem werden weitere Großraumzelte geschickt, die dringend benötigt werden. Ich setzte mich in ein Büro und versuche erst einmal meine bisherigen Eindrücke zu ordnen. Vor allem will ich aber raus zu den Menschen, wissen wie es ihnen geht.

Am Abend gelingt es dann doch, den Kontakt zu einer unserer Partnerorganisationen herzustellen. Telefonisch war die Leiterin tagsüber nicht erreichbar. Es ist eine Organisation aus der Dominikanischen Republik, die Teams von Ärzten, Krankenschwestern und Jugendlichen ins Land geschickt hat. Eines der Teams kann ich am nächsten Tag begleiten. Ich bin erleichtert. Ich kann etwas tun.
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