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Außerhalb von Port-au-Prince, kommt bei Gemeindevorsteher Altenor Ronald eine Mischung aus Frustration, Ärger und Orientierungslosigkeit zum Ausdruck, als er versucht, die Umsiedelung in ein Flüchtlingslager am Straßenrand zu koordinieren. „Wir haben keine Nahrung und keine Öfen, die Menschen sind hungrig. Ich trage die Verantwortung und weiß nicht, was ich tun soll”, sagt er.
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In Jacmel, an Haitis Südküste, haben sich Freunde und Nachbarn zu vielen „Solidaritätsgruppen” zusammen geschlossen, die nicht in eines der Flüchtlings-lager ziehen, sondern zusammen auf geliehenem Land bleiben. Sie wissen nicht, wie lang sie auf dem Grundstück von Jacmels Methodistenkirche bleiben werden. Es könnten Monate sein oder gar noch länger, sagen sie. „Wie lang? Das weiß ich nicht” sagt Gemeindevorsteher Francilaire Jeudi. „Niemand weiß das.”
Unsicherheit und Trauma
Niemand weiß das – ein Refrain, den man oft hört, wenn Haitianer den ersten Monat in einer veränderten und ungastlichen Welt nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar beschreiben. Nicht einmal die unmittelbare Zukunft – ein Tag, eine Woche – kann vorhergesehen werden. Die Dimensionen des Geschehenen wurden als Tatsache akzeptiert. Die Angst in einem Gebäude zu sein, weil es einstürzen könnte; um Schutthaufen herum zu manövrieren; die Peinlichkeit, private Angelegenheiten in der Öffentlichkeit durchführen – das alles ist ein selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens.
Manche Haitianer glauben, das Trauma werde bei vielen erst nach einigen Monaten zum Vorschein kommen und vielleicht Gewalt hervorrufen. Für Frauen ist die Bedrohung durch Gewalt schon Realität: Berichte von Vergewaltigungen in den Flüchtlingslagern werden immer häufiger.
Erste Verbesserungen der humanitären Lage
Trotz logistischer Herausforderungen und vielen bereits bestehenden sozialen Problemen in Haiti hat Tommy Bouchiba von ACT und für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort, bemerkt, dass die humanitäre Hilfe zu denen gelangt, die sie brauchen. Die Hilfeströme fließen und die Programme zum Wiederaufbau haben schon begonnen. „Es wird besser”, sagt Bouchiba über die allgemeine humanitäre Lage.
Ein Grund für die Verbesserung ist die Anwesenheit solcher Gruppen wie „ACT Alliance“, die seit dem 12. Januar mehr als 150.000 Menschen helfen konnte. Prospery Raymond von ACT/Christian Aid, sagt, die Belastbarkeit der Haitianer sowie die Solidarität und Güte zwischen ihnen seien auffallend. Dies sei die Basis, auf der jede internationale humanitäre Unterstützung in Haiti wie jene der „ACT Alliance“ aufbauen sollte. „Ich bin optimistisch”, sagt er. „Ja, es ist passiert, aber es muss als seine Chance gesehen werden, das Land wieder aufzubauen.”
Von Chris Herlinger/ACT Alliance
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010
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