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Tommy Ramm ist seit Mitte Januar im Einsatz, um die Mitarbeitenden des Projektbüros der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti zu unterstützen. Er erzählt, wie ein typischer Tag eines Katastrophenhelfers aussieht.
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Wieder ein Nachbeben in der südhaitianischen Stadt Jacmel. Um drei Uhr morgens schrecken die Helfer hoch und rennen ins Freie. Keiner hat sich an die regelmäßigen Erschütterungen gewöhnt. Die restlichen Stunden arrangieren wir uns mit den harten Ladeflächen der Pick-ups. Zu wenig Schlaf.
Am Morgen bei Sonnenaufgang geht es zum Lagerhaus. Wir laden 36 Familienzelte auf einen Lkw und bringen sie in ein Stadtviertel, wo auf einem Fußballfeld ein Flüchtlingslager für 350 Personen errichtet werden soll. Zusammen mit einer Partnerorganisation bauen wir die Zelte auf. Zurück im Büro gibt es Spaghetti zum Frühstück, um 11 Uhr vormittags. Danach wieder ins Lagerhaus, wieder Aufladen von Hilfsgütern. Diesmal gehen Matratzen, Decken, Seife und Moskitonetze ins gleiche Flüchtlingslager.
Kurze Pause im Büro und improvisierte Dusche mit Wassereimer und Plastikflasche. Ich registriere die verteilten Güter im Laptop. Dann geht es mit 14 Helfern wieder ins Lagerhaus. Auf vier kleine Lkw werden Hilfsgüter verladen, die früh am nächsten Morgen in der nahegelegenen Region Bainet verteilt werden sollen: 292 Zelte, jedes wiegt 42 Kilo, Matratzen und Decken. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Alles wird zweifach gezählt, um die genaue Anzahl zu registrieren.
Zurück im Büro. Mittagessen zum Sonnenuntergang um 18 Uhr. Danach kurzes Koordinierungstreffen für die Arbeiten am kommenden Tag. Ein Anruf aus dem Projektbüro in Port-au- Prince macht uns klar, dass der Arbeitstag noch nicht vorbei ist. Ein Lkw mit weiteren Zelten ist auf der Bergstraße im Schlamm hängengeblieben und kommt nicht weiter. Um 22 Uhr sind wir dort. Der Lkw schiebt sich heulend Meter um Meter vorwärts. Zum Glück ist er nach kurzer Zeit frei. Im Schneckentempo geht es bergab Richtung Jacmel. Meine Augenlider werden immer schwerer. Um ein Uhr nachts parken wir die Ladung vor dem Lagerhaus. In ein paar Stunden wollen wir ausladen. Eines ist sicher: Auch diese Nacht schlafe ich zu wenig.
zuletzt aktualisiert: 25.03.2010
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