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Am 12. Januar zerstörte ein verheerendes Erdbeben weite Teile von Haiti. Kurz darauf startete die Diakonie Katastrophenhilfe mit der Soforthilfe. Heute liegt der Fokus auf dem Wiederaufbau des Landes. Dabei haben wir Osani, Paulin und Christoph kennen gelernt. Ihr Schicksal möchten wir hier beispielhaft vorstellen.
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Für Osani Ladouceur war das Leben schon vor dem Erdbeben beschwerlich. Mit sechs Kindern lebte die alleinerziehende Mutter im Südosten des Landes in einem Zimmer. Seit vier Jahren lebt die 41-Jährige getrennt vom Vater der Kinder – und erhält von ihm keinerlei Unterstützung. Weil Osanis Haus vom Erdbeben zerstört wurde, war die Familie anfangs in einem improvisierten Camp auf dem Hof einer Schule untergebracht, wo sie von der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrer Partnerorganisation Crose betreut wurde. Osani und ihre Kinder waren sehr froh, als sie schließlich in eines der 2.000 Familienzelte der Diakonie Katastrophenhilfe umziehen konnten.
Aufgrund der finanziellen Lage der Familie konnte bisher nur die 15 Jahre alte Tochter die Schule besuchen. Heute muss sie jedoch helfen, die kleineren Geschwister zu betreuen und ihre Mutter bei Gelegenheitsjobs als Wäscherin unterstützen. Die Situation ist angespannt – auch, weil es keine Lebensmittelhilfe vom Welternährungsprogramm gibt. Osani hofft, dass für Frauen wie sie beim Wiederaufbau eine Perspektive für ein besseres Leben geschaffen wird.
Paulin Pierre Saint
Paulin Pierre Saints Haus in Bainet nahe Jacmel ist beim Erdbeben völlig zerstört worden. Die Mutter von zwei Kindern war zum Zeitpunkt des Bebens in der Küche, die sich neben dem Haus befindet – und rannte schnell ins Freie, als das Erdbeben drohte, die Wände einstürzen zu lassen. bevor die Mauern einstürzten. Mit ihrer 19-jährigen Cousine sah sie vom Hof aus zu, wie das Haus in sich zusammen fiel. Madette, ebenfalls eine Cousine von Paulin, wurde beim Erdbeben am Bein verletzt. Sie erzählt, dass die Krankenhäuser total überfüllt waren. „Die konnten mich gar nicht richtig behandeln. Sie haben mir lediglich ein paar Medikamente gegeben und mich dann wieder nach Hause geschickt“, sagt die 21-Jährige. Cousin Frantzie, der eigentlich in Port-au-Prince lebt und dort zur Schule geht, bleibt vorerst in Bainet. Hier wird die Familie von der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt.
Christoph Sylvestre
Die Familie von Christoph Sylvestre ist froh, dass sie weiterhin in ihrem Haus leben kann, das das Erdbeben überstanden hat. Im August 2009 wurde es im Rahmen eines vom deutschen Außenministerium unterstützen Katastrophenvorsorgeprojekts baulich verstärkt – eigentlich gegen die starken Stürme bei Hurrikans. Heute ist Christoph froh, dass sich die solide Bauweise auch beim Erdbeben ausgezahlt hat. Dass das Haus ist noch nicht verputzt ist, spielt für die Familie keine Rolle – Hauptsache es steht. Das gibt Sicherheit.
zuletzt aktualisiert: 2. Juli 2010
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