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Die Erinnerung an den Schicksalstag Haitis, den 12. Januar 2010, ist auch Christoph Sylvestre tief ins Gedächtnis eingegraben: "Als die Erde bebte war ich draußen auf dem Feld. Ich habe mich auf den Boden gehockt, zu Gott gebetet und gehofft, das meiner Frau und den Kindern, die bei meiner Schwiegermutter im Nachbardorf zu Besuch waren, nichts passiert. Wenn sie zu Hause gewesen wären hätte ich keine Angst gehabt, denn unser Haus ist seit den Bauarbeiten im letzten Jahr sehr solide."
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Wie durch ein Wunder hat die Familie des Landwirts das Erdbeben unbeschadet überstanden und tatsächlich ist auch das Haus vollkommen intakt geblieben. Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte es erst ein paar Monate zuvor, im August 2009, im Rahmen eines Projektes zur Katastrophenvorsorge hurrikansicher gemacht. Jetzt haben sich die verstärkten Mauern und das tiefer gelegte, fest verschraubte Blechdach schon vor Beginn der jährlich wiederkehrenden Hurrikansaison bewährt.
Insgesamt 30 Häuser hatte das Team der Diakonie Katastrophenhilfe in Bainet, im Südosten Haitis, für die erste Phase des Pilotprojektes ausgewählt. Einheimische Bauarbeiter wurden darin geschult, die Gebäude auf einfache Art und Weise hurrikansicher zu machen. Bei 15 Häusern war der Umbau bis zum Erdbeben abgeschlossen – bis auf eines, welches Risse im Mauerwerk aufwies, haben alle gehalten.
Katastrophenvorsorge fängt bei den Menschen an
Im Rahmen der Katastrophenvorsorge werden in den ländlichen Gemeinden von Bainet außerdem lokale Katastrophenschutzteams ausgebildet und ausgerüstet sowie Notunterkünfte gebaut. Die erste, internationalen Sicherheitsstandards entsprechende Notunterkunft wurde im Juni 2009 eingeweiht. Sie steht in einem durch Erdrutsche gefährdeten Dorf und bietet den dort lebenden Familien im Katastrophenfall eine sichere Zuflucht.
"Lange Zeit hatte die Dorfbevölkerung Zweifel, ob sie überhaupt eine Notunterkunft braucht", erzählt Astrid Nissen, Leiterin des Projektbüros der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti. Nach den vier schweren Wirbelstürmen im Herbst 2008 rief dann der Bürgermeister an und stellte ein Grundstück zur Verfügung. "Die Menschen haben erkannt, wie wichtig so ein Schutzraum ist. Alle haben freiwillig mit angepackt und das Baumaterial zum Teil zu Fuß und mit dem Esel auf den Berg transportiert", so Astrid Nissen. Eine zweite Notunterkunft für rund 100 Menschen wird im Juli 2010 eingeweiht, der Bau einer weiteren ist für Ende des Jahres geplant.
Wiederaufbau und Ernährungssicherung
Nach den verheerenden Schäden durch die Wirbelstürme 2008, half die Diakonie Katastrophenhilfe bei der Instandsetzung von 660 Häusern in Bainet und in Martissant, einem Armenviertel der Hauptstadt Port-au-Prince. Ebenso wurden vier schwer beschädigte Grundschulen für über 1.400 Schulkinder in sturmsicherer Bauweise wieder aufgebaut und mit Schulmöbeln ausgestattet.
zuletzt aktualisiert: 07.07.2010
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