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Die drohende Hungerkrise in der Sahelregion im Westen Afrikas erfasst immer mehr Gebiete. Schon jetzt sind im Niger rund eine Million Menschen von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte dort bereits im Herbst 2011 nach dramatischen Ernteausfällen ihre Nothilfe ausgeweitet. Im kirchlichen Netzwerk ACT Alliance wollen die Helfer verhindern, dass die Menschen aus ihren Dörfern abwandern und es zu einer Fluchtwelle wie in Ostafrika kommt. Daher ruft das Hilfswerk dringend zu Spenden für die Notleidenden auf.
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Zur Sahelzone im westlichen Afrika gehören Burkina Faso, Niger, Mali, Senegal, Tschad und Mauretanien – sechs der ärmsten Länder der Welt. Die Region leidet derzeit unter extremer Dürre und Ernteausfällen, wodurch mehr als zehn Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind. Und die Lage verschlimmert sich zusehends. Darum haben die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Schwesterorganisation „Brot für die Welt“, die beide schon seit Jahren in der Region aktiv sind, ihre Hilfe verstärkt – so auch im Niger.
Eine Viertelmillion Kinder unterernährt
Die dortige Regierung hat angesichts der Notlage offiziell eine Hungerkrise ausgerufen: Es fehlen nach UN-Angaben mehr als 500.000 Tonnen Getreide; eine Viertelmillion Kinder gelten als unterernährt. Ein Krankenhaus, das solche kleinen Hungeropfer behandelt, wird von der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt.
Tipps für eine bessere Ernte
Zudem verteilt das Hilfswerk im Niger gemeinsam mit seiner Schwesterorganisation und lokalen Partnern Nahrungsmittel und Saatgut, stellt landwirtschaftliches Gerät bereit und veranstaltete Kurse zur Ernährungssicherung und Fortbildungen zu Anbautechniken. Vor allem Bewässerungsprojekte haben sich in der Vergangenheit bewährt, die die Ernte auch in schwierigen Zeiten sichern.
Sorge vor Landflucht
Den Kleinbauern direkt am Ort zu helfen, hat auch einem weiteren wichtigen Zweck, erklärt Martin Kessler, Leiter der Programmabteilung der Diakonie Katastrophenhilfe: „Wir wollen es den Menschen ermöglichen, auf ihren Höfen zu bleiben, um eine Abwanderung in Lager oder städtische Elendsviertel zu verhindern.“ Darum sei es wichtig, rechtzeitig auf die Notlage der Menschen zu reagieren, betont er. „Es geht jetzt darum, eine sich ausweitende Hungerkatastrophe in der Region zu verhindern.“
Klimawandel und Konflikte verstärken Hunger
Keine einfache Aufgabe angesichts der Lage: In den vergangenen Monaten sind die die erwarteten Regenfälle in vielen Teilen des Sahels ausgeblieben. Schlimm für die Mehrheit der Bevölkerung, die von der Landwirtschaft lebt. Fachleute sehen in den zunehmenden Dürreperioden auch eine Folge des Klimawandels.
Die Bemühungen der Bauern, sich an die schwierige Lage anzupassen, haben in jüngster Zeit vor allem durch regionale Konflikte schwere Rückschläge erlitten. Die ausbleibenden Geldsendungen der 250.000 zurückgekehrten Arbeitsmigranten aus Libyen verschärften die Lage im Land noch, ebenso wie steigende Nahrungsmittelpreise. Deshalb können sich viele arme Familien jetzt kaum noch etwas zu essen leisten.
aktualisiert am 16.02.2012
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