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Die sudanesische Zentralregierung und die südsudanesische Volksbefreiungs-bewegung SPLM/A (Sudan People’s Liberation Movement/Army) schlossen am 9. Januar 2005 nach 21 Jahren Bürgerkrieg endlich einen Friedensvertrag. Doch die lange Zeit der Zerstörung hatte ihre Spuren im Südsudan hinter-lassen: Die Infrastruktur war nahezu vollständig zerstört, Schulen und Krankenhäuser gab es kaum mehr.
Um einen beständigen Frieden im Südsudan zu sichern, sind internationale Unter-stützung und Aufbauhilfe enorm wichtig. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Gesundheitsversorgung: Bereits seit 1998 ist die Diakonie Katastrophenhilfe in den Bezirken Rumbek und Cueibet aktiv und erweiterte die Versorgung für bis zu 600.000 Einwohner beständig.
Eine erfolgreiche Entwicklung
Durch den Ausbau der zehn Basisgesundheitseinrichtungen und die Rückführungen von Flüchtlingen stieg die Zahl der behandelten Krankheitsfälle von etwa 80.000 auf 125.000 an. Insbesondere die Bereiche "HIV/Aids-Aufklärung", das "Malaria Control Programme" und "Mother & Child Care" (der Südsudan weist eine der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten auf), wurden beständig erweitert und verbessert.
Selbständigkeit fördern
Neben der Lieferung von Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial fördert die Diakonie Katastrophenhilfe den Aufbau der lokalen Gesundheitsstrukturen. Durch eine umfassende Ausbildung von Sudanesen soll die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nach und nach in die Hände der Einheimischen übergeben und damit langfristig gesichert werden. Bis aber ein Großteil der jährlich 25.000 Geburten in Rumbek und Cueibet von qualifizierten Einheimischen betreut werden kann, steht noch viel Arbeit an. Auf die acht Millionen Einwohner im Süden des Sudan kommen gerade einmal zehn diplomierte Hebammen. Die Diakonie Katastrophenhilfe bildet Hebammen aus, um das Problem zu lösen – unter anderem durch Kurse und seit dem Jahr 2009 auch durch Praktika in Kooperation mit der Geburtsstation eines Krankenhauses in Uganda.
Ziel ist die Übertragung aller Verantwortlichkeitsbereiche an die lokale Partner-organisation „Arkangelo Ali Association“, die schon einige Erfahrung im Gesundheits-bereich mitbringt. Doch die neuen, erfolgsversprechenden Strukturen sind noch längst nicht gefestigt und das südsudanesischen Gesundheitsministerium ist wegen seiner fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen weiterhin auf Hilfe von außen angewiesen.
zuletzt aktualisiert: 17.02.2010