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Somalia: Überleben sichern 

Nothilfe unter schwersten Bedingungen

In Somalia herrscht seit rund zwanzig Jahren Krieg, in den letzten Monaten waren die Kämpfe in Mogadischu besonders heftig. Selbst für die somalische Hilfsorganisation Daryeel Bulsho Guud (DBG) ist der Weg zu den hilfsbedürftigen Menschen in der Hauptstadt oft zu gefährlich.

In einem Flüchtlingslager erhalten Familien Grundnahrungsmittel.
In einem Flüchtlingslager erhalten Familien Grundnahrungsmittel.
Foto: DGB

Jahrelang kam DBG regelmäßig in Krankenhäuser in Mogadischu, brachte Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter. Doch seit Anfang 2007 gibt es immer wieder Unterbrechungen. Zwischenzeitlich musste das Management der Organisation Mogadischu sogar verlassen, lediglich die "field officer" der Organisation konnten vor Ort bleiben, um Krankenhäuser und Flüchtlingslager zu unterstützen.

Selbst einheimische Helfer sind in Gefahr

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind 3,6 Millionen Menschen in Somalia auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Doch die Menschen sind in ihrer Not meist sich selbst überlassen: Weil Mitarbeiter gekidnappt und getötet wurden, haben fast alle ausländischen Helfer das Land längst verlassen. Die einzigen, die überhaupt noch etwas tun können, sind die somalischen Helfer – doch selbst die sind nicht vor Mordanschlägen oder Entführungen sicher.

Staatliche Strukturen, die Sicherheit oder Recht und Ordnung garantieren könnten, gibt es nicht. Sharifa Omar Abukar, Direktorin der DGB-Verwaltung, geht davon aus, dass die Mörder der humanitären Helfer häufig zum islamistischen Untergrund gehören. "Die Islamisten glauben nicht, dass wir wirklich nur helfen wollen", sagt sie. Denn die Mitarbeiter von humanitären Organisationen gelten wegen ihrer Kontakte ins Ausland schnell als "Ungläubige" oder sogar als Spione westlicher Militärs.

(Über)Lebensmittel für die Flüchtlingslager

Mohamed Abdullahi Mohamud, "project officer" von DBG, ist einer der wenigen Helfer, die sich noch in die Lager der Vertriebenen am Rande Mogadischus wagen – das Gebiet wird von radikalen Islamisten kontrolliert. Zwei Mal in der Woche lässt DBG Lebensmittel in den Lagern verteilen, täglich fahren Tankwagen mit Trinkwasser. Wenn Mohamed Abdullahi Mohamud überprüft, ob die Hilfsgüter richtig angekommen sind, vermeidet er, als Helfer erkannt zu werden. Er fährt mit dem Sammeltaxi statt mit einem Auto von DBG, trägt kein Logo seiner Organisation, wechselt möglichst oft seine Wege.

Trotz aller Gefahren sieht Mohamed Abdullahi Mohamud in seiner Arbeit eine menschliche Pflicht: "Wenn wir deswegen getötet werden, müssen wir das in Kauf nehmen." Um das zu verhindern, bietet die Diakonie Katstrophenhilfe Sicherheitstrainings an und stattet seine Partner mit einer entsprechenden Ausrüstung aus. Und dennoch: Am Ende tragen die Helfer das Risiko allein.

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Somalia – Überleben sichern: Ausführliche Informationen zum Download (PDF, 1.640 KB)

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