Zu den Inhalten springen
Suche:

Servicenavigation

Newsletter . | Kontakt . | Sitemap.

Sprachennavigation

english . | français . | español.
Kolumbien: Vor Gewalt schützen 

Die verlorene Generation kennt keinen Frieden

Der jahrzehntelange bewaffnete Konflikt in Kolumbien geht unvermindert weiter. Immer wieder gerät die Zivilbevölkerung zwischen die Fronten von Armee, paramilitärischen Gruppen und Guerilla. Besonders Kinder und Jugendliche sind Opfer der Auseinandersetzungen. In Kolumbien nennt man sie die "verlorene Generation" des Krieges.

Eine Schule in Cauca hat sich zur humanitären Zone erklärt.
Eine Schule in Cauca hat sich zur humanitären Zone erklärt.
Foto: Tierra de Paz

Nach Schätzung von Fachleuten werden in Kolumbien weit mehr als 10.000 Minderjährige als Kindersoldaten missbraucht. Die Nichtregierungsorganisation Benposta hat Maßnahmen entwickelt, um Jugendliche vor Rekrutierungsversuchen durch bewaffnete Gruppen zu schützen. Besonders gefährdete Jugendliche kommen in einer Einrichtung unter, wo sie vor den Anwerbungsversuchen sicher sind. In einer eigenen Schule holen die Kinder verlorenes Wissen auf, um später einen Abschluss machen zu können; gleichzeitig lernen sie Strategien anzuwenden, die ihnen helfen, in Zukunft Rekrutierungsversuchen zu widerstehen.

Seit fast 45 Jahren herrscht in Kolumbien ein blutiger Krieg zwischen Guerillas, paramilitärischen Gruppen und der Armee. Die Bevölkerung in den Kriegsgebieten wird von der jeweiligen Konfliktpartei verdächtigt, die Gegenseite zu unterstützen. Oder sie steht den wirtschaftlichen Interessen von Großgrundbesitzern im Wege. Durch die andauernde massive und gewalttätige Bedrohung sehen viele keine andere Möglichkeit, als ihre Heimat zu verlassen. Mehr als vier Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer gelten mittlerweile als intern Vertriebene. Für die meisten endet die Hoffnung, sich eine neue Existenz aufbauen zu können, in den Armenvierteln der Großstädte.

Bedrohung geht nach den Kampfhandlungen weiter

In den letzten Jahren hat sich der militärische Konflikt in der Provinz Cauca verschärft. Gefechte und Scharmützel gehören zur Tagesordnung, nach den Kämpfen bleiben Blindgänger und Landminen zurück. "Tierra de Paz", Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, kümmert sich um Kinder, denen das Wissen über die lauernden Gefahren fehlt.

Die Organisation bildet Lehrkräfte an ländlichen Schulen aus, damit diese die Kinder informieren können. Außerdem werden in den Schulen Schutzräume ausgewiesen, in denen die Schülerinnen und Schüler bei Gefechten am sichersten sind. Einzäunungen und Hinweistafeln sollen den kämpfenden Gruppen deutlich machen, dass die Schule ein humanitärer Raum ist, der respektiert werden muss. "Das klappt nicht immer”, bedauert Jorge Bastidas von "Tierra de Paz", aber mehrfach hätten es die Kinder schon geschafft, die Bewaffneten zum Verlassen des Schulgeländes zu bewegen.

Download
Kolumbien – Vor Gewalt schützen: Ausführliche Informationen zum Download (PDF, 308 KB)

...damit das Leben weitergeht